Ihr persönlicher Behandlungsweg
Am Beginn jedes persönlichen Behandlungsweges steht für uns der Grundsatz: so schonend wie möglich, so wirksam wie nötig. Daher prüfen wir immer zuerst, ob sich Ihre Beschwerden konservativ, also ohne einen Eingriff, behandeln lassen.
In vielen Fällen bedeutet dies eine Anpassung von Lebensgewohnheiten. Dazu zählen zum Beispiel Veränderungen der Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion oder auch die Anpassung bestimmter Verhaltensweisen im Alltag. Solche Maßnahmen können einen großen Einfluss auf den Verlauf von Magen, Darm- oder proktologischen Beschwerden haben.
Ergänzend oder alternativ kann der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein, etwa zur Linderung von Entzündungen, Schmerzen oder funktionellen Beschwerden. Häufig lassen sich Symptome so deutlich bessern, und in vielen Fällen ist sogar eine vollständige Abheilung möglich.
Wenn es die Untersuchungsergebnisse erlauben und keine unmittelbare Behandlungsnotwendigkeit besteht, kann auch ein kontrolliertes Beobachten sinnvoll sein. Nicht jede Veränderung muss sofort weiterführend behandelt werden. Entscheidend ist, die Situation sicher einzuordnen und den Verlauf im Blick zu behalten.
Die Therapie wird daher immer individuell geplant und richtet sich am zu erwartenden Behandlungserfolg aus. Oft lässt sich eine deutliche Besserung oder Beschwerdefreiheit bereits auf konservativem Weg erreichen – ganz ohne operative Maßnahmen.
Reicht die konservative Behandlung nicht aus, besprechen wir gemeinsam den nächsten Schritt
Wenn Beschwerden trotz konservativer Maßnahmen anhalten oder erneut auftreten, kann es sinnvoll sein, die Behandlung gezielt zu erweitern. Dies betrifft zum Beispiel anhaltende Magenbeschwerden oder Refluxprobleme ebenso wie Bauchschmerzen oder Krämpfe, die über eine vorübergehende Magen-Darm-Verstimmung hinausgehen und weder von selbst noch unter medikamentöser Unterstützung abklingen. In diesen Fällen gilt es, die Ursache sicher zu klären und die Therapie entsprechend anzupassen.
In manchen Situationen zeigt sich bereits zum Zeitpunkt der Untersuchung, dass ein rein konservatives Behandlungskonzept nicht ausreichend oder nicht zielführend ist. Dann besprechen wir mit Ihnen die Notwendigkeit weiterführender Maßnahmen. Diese können – je nach Befund – auch operative Behandlungen umfassen.
Dabei unterscheiden wir zwischen dringlichen Eingriffen, etwa wenn starke Schmerzen, Entzündungen oder Komplikationen rasch behandelt werden müssen, und Operationen, bei denen ein Eingriff nicht umgehend erfolgen muss und daher längerfristig geplant werden kann. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen richtet sich dabei stets nach einer sorgfältigen Abwägung Ihrer persönlichen Beschwerden und der objektiven Untersuchungsergebnisse.
Generell gilt: Jeder Schritt im Behandlungsweg soll für Sie klar und nachvollziehbar sein.
Jede Behandlung erfolgt sorgfältig, individuell abgestimmt und verständlich erklärt
Ihre Sicherheit steht während des gesamten Behandlungsweges an erster Stelle – vom ersten konservativen Therapieversuch bis hin zu weiterführenden Eingriffen oder einer Operation.
Jede therapeutische Entscheidung treffen wir sorgfältig, auf Basis aktueller medizinischer Empfehlungen, geltender Leitlinien und unserer langjährigen Erfahrung.
Sollte eine Behandlung unter Dämmerschlaf oder ein operativer Eingriff notwendig werden, arbeiten wir eng mit erfahrenen Narkosefachärztinnen und -ärzten zusammen. Alle Maßnahmen werden abgestimmt, sodass Sie sicher versorgt sind. Sie dürfen sich auf uns verlassen.
Wir legen sehr großen Wert darauf, Sie vollumfänglich und dabei verständlich zu informieren. Über Ihre Beschwerden, Ihre Untersuchungsergebnisse und Ihren Behandlungsplan.
Nach operativen Eingriffen erhalten Sie zusätzlich eine Notfallnummer, unter der Sie sich bei Beschwerden im Zusammenhang mit dem Eingriff jederzeit direkt melden können. So haben Sie auch außerhalb der regulären Praxiszeiten einen direkten Ansprechpartner.
Behandlungsformen
Jede Erkrankung erfordert eine individuelle Therapiestrategie. Je nach Befund, Schweregrad und persönlicher Situation stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – von unterstützenden Maßnahmen über endoskopische Eingriffe bis hin zur Operation. Das Ziel ist stets, mit der für Sie schonendsten Methode den größtmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen.
Unterstützende Therapien, Lebensstil-Anpassungen und Medikamente, die den Heilungsprozess fördern
Begleitende Maßnahmen bilden die Basis jeder Behandlung. Sie helfen nicht nur, Beschwerden zu lindern, sondern fördern aktiv die Heilung ganz verschiedener Prozesse. Gerade entzündliche Veränderungen oder funktionelle Störungen im Bereich von Speiseröhre, Magen und Darm bzw. Analbereich können durch Berücksichtigung eines sogenannten ganzheitlichen Ansatzes effektiv angegangen werden – und sei es nur unterstützend. Körper, Ernährung und Lebensstil werden dabei gleichermaßen berücksichtigt.
Ernährung: Eine bewusste, ausgewogene Ernährung kann Beschwerden deutlich reduzieren. Ballaststoffreiche Lebensmittel fördern die Darmtätigkeit, während ausreichend Flüssigkeit die Verdauung unterstützt. Bei Sodbrennen oder Reflux kann es hilfreich sein, fett- und säurearme Mahlzeiten, kleinere Portionen und regelmäßige Essenszeiten einzuhalten. Das Meiden scharfer Lebensmittel kann zudem schmerzhafte Beschwerden im Analbereich lindern. Mit einer professionellen Ernährungsberatung unterstützen wir Sie gerne bei der Umsetzung.
Bewegung und körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung verbessert die Verdauung, den Stoffwechsel und die Durchblutung des Gewebes. Bei proktologischen Beschwerden, wie etwa Analfissuren, kann dies die Abheilung fördern. Beckenbodenschwächen und Inkontinenzprobleme lassen sich durch gezielte Beckenbodenübungen verbessern.
Medikamente: Je nach Befund können unterstützend entzündungshemmende oder die Schleimhaut schützende Präparate, Schmerzmittel oder Mittel zur Regulierung der Speiseröhren-, Magen- und Darmfunktion eingesetzt werden.
Weitere unterstützende Maßnahmen: In manchen Fällen können physiotherapeutische Anwendungen, Entspannungstechniken oder eine gezielte Stuhlregulation die Behandlung ergänzen. Auch kleine Verhaltensanpassungen, wie die bewusste Körperhaltung beim Stuhlgang oder das Vermeiden von Pressen, können Beschwerden, etwa bei Hämorrhoiden, nachhaltig verringern.
Ziel dieser Maßnahmen: Sie sollen Beschwerden lindern, Heilungsprozesse fördern oder die Grundlage für weitere Therapiemaßnahmen schaffen. Oft lassen sich durch deren konsequente Umsetzung bereits deutliche Verbesserungen erreichen, sodass operative Maßnahmen vermieden werden können.
Was leisten endoskopische Verfahren und wie sind sie einsetzbar
Endoskopische Eingriffe ermöglichen es, diagnostische Untersuchungen direkt mit therapeutischen Maßnahmen zu verbinden. Dabei werden dünne, flexible Endoskope eingesetzt, die Veränderungen im Bereich der Speiseröhre, des Magens oder Darms sichtbar machen.
Typische Anwendungen der endoskopischen Behandlung sind:
- Entfernung eines Polypen während einer Darmspiegelung, um dessen mögliche Entartung zu verhindern
- Endoskopisch unterstützte Gummibandligatur oder Sklerosierung bei einem Hämorrhoidalleiden
- Blutstillung bei einer kleineren Blutung in der Speiseröhre, im Magen oder Darm durch Clips oder das Auftragen oder Einspritzen blutstillender Medikamente
- Weitung einer Engstelle (Dilatation), etwa bei einer Narbenbildung, Entzündung oder nach einer Operation, um die Passage zu erleichtern
- Verödung bei einem erweiterten oder blutenden Gefäß oder bei einer verstreuten Schleimhautinsel mittels Argon Plasma Koagulation
- Behandlung einer Funktionsstörung der Speiseröhre, wie etwa ein spastischer Krampf, um das Schlucken zu erleichtern (diese Eingriffe erfolgen in der Regel stationär im Krankenhaus)
- Endoskopische Schwammbehandlung (Endo-VAC) bei einer Undichtigkeit einer Nahtverbindung nach einer Operation (ebenfalls im Krankenhaus durchgeführt)

Darüber hinaus werden während der Endoskopie Gewebeproben (Biopsien) entnommen, um gutartige von krankhaften Veränderungen sicher unterscheiden zu können.
Endoskopische Maßnahmen sind in der Regel risikoarm und mit einer kurzen Erholungszeit verbunden. Sie finden immer unter einer Sedierung (im Dämmerschlaf) statt. Den Ablauf derartiger Eingriffe erklären wir Ihnen vorab im Detail.
Chirurgische Verfahren, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen
Wenn konservative oder endoskopische Maßnahmen nicht ausreichen oder zielführend sind, können operative Eingriffe notwendig werden. Diese Eingriffe werden sorgfältig geplant. Ob ein Eingriff ambulant in der Praxis oder stationär im Krankenhaus durchgeführt wird, hängt von der Größe des Befundes und dem Umfang der Operation ab.
Zu den operativen Eingriffen gehören:
An Speiseröhre und Magen:
Operationen bei einer Refluxerkrankung, Hiatushernie (Zwerchfellhernie), Divertikeln oder anderen gutartigen Veränderungen. Diese Eingriffe erfolgen stets im Krankenhaus, da sie eine umfassende Überwachung und Nachbetreuung erfordern.
Im Analbereich und Enddarm:
- Entfernung einer Analfissur (Fissurektomie), wenn diese nicht auf eine konservative Behandlung anspricht
- Entfernung einer Hämorrhoide (Hämorrhoidektomie), wenn eine Sklerosierung oder Gummibandligatur nicht möglich ist
- Spaltung eines Abszesses oder Entfernung einer Fistel
- Condylomabtragungen (warzenartige Schleimhautveränderungen am Anus)
Wenn ein Polyp im Darm nicht endoskopisch abgetragen werden kann, erfolgt die operative Entfernung, ebenfalls unter stationären Bedingungen.
Bei allen operativen Eingriffen sorgen wir dafür, dass die Vorbereitung und Nachbetreuung individuell auf Sie abgestimmt sind. Die Operationen finden immer unter einer Sedierung (im Dämmerschlaf) oder während einer sogenannten Vollnarkose statt. Den Ablauf derartiger Eingriffe erklären wir Ihnen vorab im Detail.
Operationen mit Klinikaufenthalt
Wir erklären Ihnen genau, wie die Operation abläuft. Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend, damit eine Operation sicher und reibungslos durchgeführt werden kann.
In unserer Praxis stellen wir die Indikation für die Operation und führen eine umfassende Aufklärung durch. Dabei besprechen wir den Eingriff, mögliche Risiken und beantworten alle Ihre Fragen.
Anschließend organisieren wir Ihre Vorstellung im TUM Klinikum Rechts der Isar. Dort erfolgt eine Vorstellung bei der Narkoseärztin bzw. dem Narkosearzt. Dabei wird Ihre Narkosefähigkeit geprüft, also ob der Eingriff unter den vorgesehenen Bedingungen sicher durchgeführt werden kann.
Sollten zusätzliche Informationen benötigt werden, wie Laborwerte, ein EKG oder bildgebende Verfahren, stimmen wir uns eng mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt und den Klinikärzten ab, sodass alles optimal vorbereitet ist.
Darüber hinaus erhalten Sie von uns konkrete Hinweise, wie Sie sich auf den Tag des Eingriffs vorbereiten sollten, zum Beispiel zu Nüchternheit oder Medikamenteneinnahme.
Bei kurzfristigen oder zusätzlichen Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Sie wissen schon vorher, was Sie in der Klinik erwartet
Ihre Operation planen wir als “Same-Day-Surgery”: Sie werden am Tag des Eingriffs im Krankenhaus vorstellig.
Vorab werden Sie von der Klinik angerufen und erhalten Termin und Uhrzeit, zu der Sie am Operationstag in der Klinik erwartet werden.
Sie erhalten ein Bett und werden für die Operation vorbereitet. Die notwendigen Dokumente werden bereits vorher in einer Patientenakte in der Klinik für Sie bereitgehalten und aufbewahrt.
Im Operationstrakt werden Sie vom Pflege- und Narkoseteam empfangen. Ein weiteres Mal werden Ihre Daten überprüft: Sie sprechen kurz über Ihre Identität, Ihr Armband mit Name und Geburtsdatum wird abgeglichen, und die Operationsart wird durch Sie bestätigt. Dieses Vorgehen auf Basis einer Checkliste gewährleistet die größtmögliche Sicherheit für Ihren Eingriff.
Nach der Operation erwachen Sie in einem Überwachungsbereich, von dem Sie anschließend auf eine Station verlegt werden. Wir betreuen Sie auch nach der Operation persönlich und sorgen dafür, dass alles, was für Ihre Erholung wichtig ist, direkt organisiert wird. Ihre Hausmedikamente und vor allem die Schmerzbehandlung stimmen wir eng mit dem Ärzteteam der Klinik ab.
Wir begleiten Sie auch nach der Operation und besprechen realistische Ergebnisse
Auch nach dem Eingriff betreuen wir Sie persönlich im Krankenhaus.
Den Zeitpunkt Ihrer Entlassung besprechen wir gemeinsam mit Ihnen. Zwar gibt es für viele Eingriffe grobe Orientierungszeiträume, letztlich entscheiden wir jedoch individuell – abhängig von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, Ihrer Schmerzsituation und Ihrer Mobilität.
Wann eine Nachkontrolle in unserer Praxis erforderlich ist, klären wir ebenfalls mit Ihnen. Bei Ihrer Entlassung erhalten Sie alle wichtigen Unterlagen direkt ausgehändigt. Dazu gehören unter anderem ein vorläufiger Entlassungsbericht, Rezepte für die ersten Tage nach der Operation sowie bei Bedarf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Das Behandlungsergebnis und gegebenenfalls Befunde, zum Beispiel feingewebliche (histologische) Untersuchungen, besprechen wir im weiteren Verlauf in Ruhe mit Ihnen.

